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Lo spirito del cuore

Lo Spirito del cuore
(Das Geisterherz – Der Innere Körper)
Eine Tanzproduktion von Yvonne Pouget

Choreografie, Regie: Yvonne Pouget
Tanz, Choreographie: Yvonne Pouget, Elien Rodarel
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Ellen Fischer

Premiere: Freitag, 10. Juni 2016, 20:00 Uhr
Weiterer Spieltermine: Samstag, 11. Juni 2016, 20:00 Uhr
Veranstaltungsort: St. Paul, St.-Pauls-Platz 11, 80336 München
Tickets: Eintritt frei, keine Reservierung, Einlass ab 19:00 Uhr.
Rückfragen an: info@yvonnepouget.de

Eine Veranstaltung der Erzdiözese München und Freising, verantwortlich: Ressort Seelsorge und kirchliches Leben, Fachbereich Kunstpastoral, Dr. Ulrich Schäfert M.A.
In Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und Yvonne Pouget.
Yvonne Pouget ist Mitglied der Tanztendenz München.

Hinweis: Am 9. Juli Hinweis: Am 9. Juli findet im Pfarrsaal St. Paul, St. Paulsplatz. 8 ein Workshop von Yvonne Pouget zum Thema Faszien statt.

  • yvonne pouget - geisterherz
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  • “It looks like you want to stretch your skin” – "Yes, there is a body inside my body, and there is a person under my skin".

    Ein Tanzabend, der die Matrix der Faszien als Kommunikationssystem untersucht, und den inneren Kosmos, den „Körper im Körper“ fühlbar in den Theaterraum projiziert. Nach dem neuesten wissenschaftlichen Stand handelt es sich bei den Faszien um ein gewaltiges Organ, eines unserer reichsten Sinnesorgane überhaupt: Über 80% der freien Nervenenden befinden sich in der Faszie, die die Muskeln des Bewegungsapparats gegen die Unterhaut abgrenzt.

    Das Geisterherz* nennt Yvonne Pouget ihre neue Tanzproduktion, in der die Choreografin die Matrix der Faszien als alles verbindendes Netzwerk unseres Körpers und als biographisches Gedächtnis sowie Kommunikationssystem mit der Umwelt untersucht, und dabei den inneren Kosmos - den „Körper im Körper“ - fühlbar in den Theaterraum projiziert.
    Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt unserem Bindegewebe (Faszien) eine viel grössere Bedeutung zu als lange bekannt war. Selbst Volkskrankheiten wie Rückenleiden, Rheuma und Krebs werden mit dem universalen Netzwerk der Faszien heutzutage in Verbindung gebracht.**
    In „Das Geisterherz“ reflektiert die Choreographin gemeinsam mit ihrem Tänzerkollegen Elien Rodarel die Vielheit des Einschreibungskörpers. In poetischer Art eingeflochten ist dabei die philosophischen Frage, ob diese Bindegewebehülle des Herzens, nicht der „Geist des Herzens“, also die Ursache für die Unerklärbarkeit sehr tiefer Gefühle, die einen bisweilen „aus dem Nichts“ überkommen, oder gar der Aufenthaltsort der Seele ist.
    Im Anschluss an das Showing findet ein Publikumsgespräch mit den Künstlern statt. Das Gespräch ist eine Einladung an interessierte Besucher, mit den Künstlern im direkten Austausch das Gesehene zu reflektieren und möglicherweise eine andere Sicht gewinnen zu können.
    Die Kombination aus Showing und Gespräch bietet die Gelegenheit, einen tieferen Einblick in das Spezifische der feinstofflich hochanspruchsvollen Bühnensprache der in München seit mehr als zwei Jahrzehnten etablierten freien Choreographin zu gewinnen.
    Die besondere Stellung der künstlerischen Arbeit, die seelische Tiefe, die sich durch alle Produktionen von Pouget wie ein roter Faden zieht, basiert auf ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit der Struktur und der Erinnerung des Bindegewebes. Die Künstlerin will nicht darstellen, sondern sie führt ihr Publikum in geheime Räume, durch ihren Fokus auf direkte systemische Kommunikation mit dem Betrachter, in ihrer eigenen Sprache ohne Worte.

    Hinweis: Am 9. Juli findet im Pfarrsaal St. Paul, St. Paulsplatz. 8 ein Workshop von Yvonne Pouget zum Thema Faszien statt; Fascial-Flow-Training und Natural-Movement; 13:00 – 18:00 ; Tänzerische Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
    Kosten: 50.- Eur ; Informationen/Anmeldung: info@yvonnepouget.de


    * Als Geisterherz bezeichnen Forscher das Bindegewebe des Herzens nach Entfernung aller anderen Bestandteile des Organs. Das Herz bleibt in seiner Form vollständig sichtbar, selbst die Form der Herzkranzgefässe ist noch zu erkennen.
    ** „Der Innere Halt. Bindegewebe, das verkannte Organ“ – GEO Magazin, Ausgabe 2/2015.
    Der Artikel ist unter diesem Link abrufbar: http://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/zuv/zuv.dezI/AkademieWWT/Pressemitteilungen/GEO_2015-2.pdf

    DIE MATRIX DER FASZIEN - DER INNERE KÖRPER

    Bis vor kurzem galt das muskuläre Bindegewebe (Faszien), welches jeden Muskel, jedes Organ, aber auch jede Bandstruktur umgibt, in der Medizin- und Sportwelt als relativ wertloses Verpackungsorgan.
    Nach den spannenden, neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich bei denen als Faszien bezeichneten Weichteil-Komponenten des Bindegewebes um ein gewaltiges Organ, ein Netzwerk, das sich über den gesamten Körper erstreckt. Unzählige Nerven, Bewegungssensoren und Schmerzrezeptoren machen das Netzwerk der Faszien zum größten „Sinnesorgan“ (sensorischen Organ) des Körpers: Über 80 Prozent der freien Nervenenden befinden sich in den Faszien, die die Muskeln des Bewegungsapparats gegen die Unterhaut abgrenzen.
    Körperliche Erfahrungen werden in diesen Nervenzellen gespeichert und bilden ein unabhängiges Gedächtnis. Zwischen Großhirn, Rückenmark und den Faszien findet gleichermaßen eine Kommunikation statt. Die aktuelle neurobiologische Forschung spricht in diesem Zusammenhang vom „Gedächtnis der Faszien“ in dem die gesamte Lebensgeschichte eines Menschen eingeschrieben ist.
    Die Produktion „Das Geisterherz“ ist eine Forschungsreise „Unter die Haut“. Sie versucht die Energie, den Schlag des Geisterherzens und die „Erzählung“ des alles verbindenden Netzwerkes der Faszien einzufangen, den „Körper im Körper“ mit Hilfe einer pantographischen Übersetzung durch die beiden Akteure fühlbar für den Betrachter in den Theaterraum zu transponieren.
    Ausgangspunkt der Produktion sind die aktuell konkreten Spannungszustände in den Faszien, ebenso wie die darin gespeicherten Einschreibungen und Erinnerungen.
    Eine Reise aus Werden und Vergehen folgt den faszialen Spannungszuständen, der Erinnerung, der inneren Wahrheit. Der Einschreibungskörper und damit das seelische Dahinter drängen danach, durch Bilder voll berührender Poesie die physisch auferlegte Begrenztheit - über die Haut hinaus - für Momente zu überwinden.
    Die Technik unterstützt, nimmt die Impulse auf - aber alleine die seelische Wahrheit des Dahinter, der „inneren Menschen“, die „Bewegungen des inneren Körpers, unter der Haut“ bestimmen den Fokus.
    Der Schlüssel zum Geisterherz ist damit eine nonverbale, direkt-systemische Kommunikation, die in der heute gänzlich hochtechnisierten Welt leider immer mehr abhanden kommt und zu der viele Menschen gar keinen Zugang mehr finden.

    ARTISTIC STATEMENT

    Das Spezifische und Außergewöhnliche an Yvonne Pougets künstlerischer Arbeit ist es, das sie ihre Konzentration ganz auf die Struktur der Faszien legt.
    Ihr künstlerischer Prozess basiert nicht auf der Exterozeption (Außenwahrnehmung) sondern auf der Interozeption, der Propriozeption (Wahrnehmung von Körperlage bzw. -bewegung im Raum), und auch die Viszerozeption (Wahrnehmung von Organtätigkeiten) spielt eine Rolle. Pouget hat die ungewöhnliche Fähigkeit, das Netz der Faszien des gesamten Organismus als einen zusammenhängenden zweiten, inneren Körper als solchen fühlen zu können.
    Selbst sagt Yvonne Pouget:
    „In dieser besonderen Fähigkeit liegen auch die Gründe, warum meine Darbietungen das Publikum emotional immer tief berühren. Die neuen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse habe ich natürlich mit großer Spannung verfolgt. Was die Wahrnehmung von Organtätigkeiten anbelangt – also am Ende das „gute alte Bauchgefühl“ - ist es faszinierend , dass der Vargus-Nerv, der größte Nerv des Parasympatikus, welcher für die Stressregulation zuständig ist, nur zu 10 % aus efferenten Fasern (vom Zentralen Nervensystem Richtung Peripherie) aber zu 90% aus afferenten Fasern (von der Peripherie Richtung ZNS) besteht.
    Das bedeutet, das 90% des Informationsflusses vom Körper in das Gehirn geleitet werden, umgekehrt nur 10% der ausgetauschten Informationen vom Gehirn in den Körper übermittelt werden. Und über 80 Prozent der freien Nervenenden befinden sich in den Faszien!
    Die Bedeutung des „Bauchgefühls“ mag da dem einen oder anderen in einem neuen Licht erscheinen.“

    MITWIRKENDE

    Yvonne Pouget (Choreografie, Regie, Tanz), geboren 1967, ist freischaffende Künstlerin, Choreografin, Regisseurin und Tänzerin.
    Sie erhielt ihre Tanzausbildung in japanischem Butohtanz bei Ko Murobushi und Carlotta Ikeda.
    Ihre Tanztheater, die für die Essenz des Psychischen stehen, werden im In- und Ausland vom Publikum wie von der Presse ausnahmslos begeistert aufgenommen: "Italian-born and Munich based, Yvonne Pouget has developed a reputation as one of Europe's leading choreographers“ (Plank Magazin, Vancouver International Dance Festival).
    Seit 2000 wurde Pouget für ihre Arbeit mit sieben Individualförderungen sowie mehreren Stipendien des Kulturreferats der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. In den letzten zwölf Jahren hat sie sich intensiv auf wissenschaftlicher Basis mit den Themenkreisen Posttraumatische Belastungsstörung, transgenerationale Weitergabe von (Kriegs-)Traumata, Dissoziation und Körperbildstörungen auseinander gesetzt.
    Ihre Kunst, die sie selbst als eine Reduzierung des Äußeren auf die Essenz, als einen Akt der symbolischer Wunscherfüllung definiert, nimmt durch ihre eigene Bühnensprache, die poetische Kraft, und die radikale seelische Tiefe in der freien Tanzszene eine Sonderstellung ein. Ihre „Körpersprache der Poesie“ eröffnet in der Welt auf der Bühne das, woran die Realität scheitert und wird zu einer Art „Flügelbaubewilligung“ für die Seele. Ihr gelingt es, persönliche Emotionen in universelle umzuwandeln, und dem Publikum so tiefe seelische Welten zu erschließen: Mit ihren spezifischen Ausdrucksmitteln werden ihre Tanztheater zu einer klaren Aufforderung für den Zuschauer in sich selbst hineinzuschauen und die Masken des Alltags sowie unsere Rollenbilder kritisch zu hinterfragen, und den Mut zu finden auf beide zu verzichten. Um so seelisch entkleidet pur und befreit wieder den Respekt vor dem eigenen Sein wiederzuentdecken, den der Sog der modernen Gesellschaft in einen leeren Abgrund reißt.
    Ihre letzten Ensemble-Produktionen: Die Füsse und Ohren der Engel – Leben mit Ersatzteilen hatte im November 2013 im Zentrum Neue Technologien / Deutsches Museum München Premiere, und wurde vom Publikum wie der Presse begeistert aufgenommen. Anfang 2014 zeigte sie in München und in Taranto /Italien mit großem Erfolg eine überarbeitete Wiederaufnahme ihrer Produktion Identià – Wallfahrt für die Liebe mit Pino De Vittorio. Im November 2014 präsentierte sie La Cattedrale nel vento u.a. mit Gianni Lamagna, Pasquale Ziccardi, Anna-Maria Hefele als Uraufführung in München.
    Yvonne Pouget ist Mitglied der Tanztendenz e.V. www.yvonnepouget.com
    Elien Rodarel (Tanz) ist ein französischer, multidisziplinärer Künstler aus dem Bereich Tanz, Theater und Akrobatik. Nach seinem Abschluss in Soziologie in Frankreich begann er dort im Theater zu arbeiten und sammelte bei der Zanni Company, Serapion Mona Lisa Company, und „consensus mou“ seine ersten Erfahrungen. Bald wandte er sich der Zirkuskunst zu, und trat der „Envol flying trapeze company“ bei, wo er die Arbeit am Trapez erlernte.
    Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Körperlichkeit auf der Bühne“ führte ihn dann zum zeitgenössischen Tanz. Er sammelte u.a. Erfahrungen mit folgenden Regisseuren und Choreographen: Christophe Legoff, Frederic Jollivet, Nabil Henib, Stephan Herwig, Anne
    Hebrau, Georges Gayon, Pamela Pantoja, Gabriel Durif, Ersan Mondtag.

    Neben diesen Zusammenarbeiten entwickelt er auch eigene Soli, unter anderem gewinnt er damit 2013 den ersten Preis beim internationalen Wettbewerbs des zeitgenössischen Tanzes in Florenz (Opus Ballet). Beim selben Wettbewerb gewinnt er mit seiner Tanzinterpretationen 2014 den ersten und den zweiten Platz, ein Duett mit Emma Valimäki erreichte 2015 beim „Premio Roma Danza“ das Finale.
    Sein persönliches Statement: "Kunst ist ein globales Wort, eine ungeheuere Mischung, eine Verbindung der unterschiedlichen Disziplinen, wie Tanz, Zirkus, Theater. Am Ende sind aber alle miteinander verbunden wie in einer Symphonie, mit dem Ziel, vergängliche und unsterbliche Kunst zum Leben zu erwecken“.
    Eine erste erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Elien Rodarel und Yvonne Pouget fand 2014 bei Pougets Musiktanztheaterproduktion „La Cattedrale nel vento“ statt.

     

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