Aktuelle Arbeit

Entwicklung eines öffentlich einsehbaren Archiv / Werkschau (Essenzgewinnung) Rückblick auf 30 Jahre Tanzkunst von Yvonne Pouget

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland.

     

Um Inhalte zu transportieren, wählt Pouget facettenreiche Verschlüsselungen, in die sie ihre eigene ungewöhnliche Lebenserfahrung und Fragmente ihrer Biografie hineinwebt hat. Sie bezeichnet ihre ganz spezifische Formsprache jenseits des „klassischen“ zeitgenössischen Tanzes als einen Akt der symbolischen Wunscherfüllung. Ihre Arbeiten nehmen in der freien Tanzszene dadurch einen besonderen Platz ein:

"Weg in der Kunst, mein Leben. Eine Werkschau wie meine Kunst. Ein Leben wird uns geschenkt, wir werden geboren, nackt. Wir machen uns auf den Weg, wir begeben uns auf eine Reise. Wir tragen unser Herz voller Hoffnung, Zuversicht, Bangen und Sehnsucht. Die Reise ist unser persönliches Lottospiel, die Würfel fallen und wir folgen ihren Zahlen. Das Leben beutelt uns, so wie in Neapel, der Heimatstadt meines Vaters, die Smorfia-Zahlen im Korb ge¬schüttelt werden, aber wir suchen dennoch unser Glück. Etwas fügt das Leben hinzu, etwas nimmt es fort. Wir durchreisen Kindheit, Pubertät, das junge Erwachsensein, das mittlere Alter, das reifere Alter, das Alter, und am Ende verlieren wir unser nacktes Leben. Die Schöpfung nimmt es uns wieder fort. Wir tragen ein Hemd. Wir denken nicht gerne daran, daß wir nicht gefragt werden, ob wir nackt geboren demutsvoll in den Tod reisen wollen. Wir verändern uns auf der Reise, unser Körper, unser Bewußtsein, wir verpuppen uns und graben uns ein, wir verlassen und lassen los, wir reisen auf einem drehenden Rad aus Werden und Vergehen. Die alte Haut bleibt liegen, wie ein verlassenes Haus, wir wohnen in einer neuen Haut. Es heißt Abschied nehmen um weiterzureisen, weiterzukommen, um zu leben. Jeder trägt sein Bündel, sein Bewußtsein, sein Vergessen, seine physische Sterblichkeit. In uns „wohnen“ alle, die wir auf dieser Reise gewesen sind." Yvonne Pouget

„Was ist an Ihre Kunst so besonders? Sie erreicht eine Tiefe, die jeden einzelnen Menschen berührt. Ihre Körpersprache nimmt das Publikum mit, packt, jeder erlebt wie in Traum die eigenen tiefsten inneren Visonen, die Pouget für Sie aus ihrer Welt auf die Bühne bringt. Und diese Visionen gehören zum gesamten Spektrum des „Gefühlten„ einer Seele: Leid, Schmerz, aber auch Ekstase, Entzücken, Menschlichkeit, Hölle, Begierde, Angst, Liebe, Frieden. Ihre Produktionen sind wie Hymnen, die einen starken Glauben an das Gute im Menschen bezeugen:sie führt eine intime Reise in die Seele vor, um die Seele von der Dunkelheit des Leidens bis ins Licht der Erlösung zu bringen.“ (Giacomo di Benedetto)

 

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